Jewel

Picking Up The Pieces

VÖ: 30.10.15

Concord Records

 

Auf “Picking Up The Pieces”, ihrem ersten neuen Album in fünf Jahren, kehrt die Sängerin und Songschreiberin Jewel mit Musikern der Band von Neil Young und Gästen wie Dolly Parton und Rodney Crowell zu ihren folk-rockigen Ursprüngen zurück.

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Wie eine Supernova tauchte Juwel 1995 mit ihrem ersten Album “Pieces Of You” auf der Szene auf. Noch heute gilt das mit 15-fachem Platin ausgezeichnete Album als eines der bestverkauften Debüts aller Zeiten. Auf ihrem neuen Album “Picking Up The Pieces” kehrt die Sängerin nun zwanzig Jahre später zu den Folk-Klängen und zutiefst persönlichen Songs zurück, die sie damals zu einer der aufregendsten jungen Stimmen der Musikszene gemacht hatten. Für die Aufnahmen heuerte Jewel überwiegend Musiker an, die ansonsten viel mit Neil Young zusammenarbeiten. Die Sängerin beschreibt “Picking Up The Pieces” als eine pure “Singer-Songwriter-Platte”, von der sie hofft, dass sie selbst ihre Vorbilder (Nina Simone, Joni Mitchell und Rickie Lee Jones) und Mentoren (Bob Dylan, Merle Haggard und Neil Young) mit Stolz erfüllt hätte.
“Das bin einfach nur ich. Das sind meine Gedanken. Das sind meine Gefühle. Das ist meine Poesie”, sagt Jewel. “Ich hatte wirklich das Gefühl, zu einem Teil von mir zurückgekehrt zu sein, den ich eigentlich nie hatte aufgeben wollen. Aber so ist das Leben. Man muss sich auf neue Dinge einstellen, und nicht alles davon ist wirklich großartig.”

Die letzten fünf Jahre waren für die in Alaska geborene 41-jährige Sängerin erfüllt mit persönlichen und kreativen Veränderungen. Ihr heute vier Jahre alter Sohn Kase kam zur Welt, aber ihre Ehe brach auseinander. Sie schrieb unter dem Titel “Never Broken” ihre Memoiren und nahm ein paar Kinderalben auf. Auf einige ihrer Erfahrungen geht sie in den Songs von “Picking Up The Pieces” ein, etwa in “Love Used To Be” und “Mercy”. Dazu gesellen sich aber auch Stücke wie “Carnivore” und “Boy Needs A Bike”, die sie zwar regelmäßig bei Konzerten vorträgt, aber bisher nie aufgenommen hatte. Das Album enthält außerdem “My Father’s Daughter”, eine faszinierende autobiographische Zusammenarbeit mit Dolly Parton.

Jewel sagt, dass sie ein Album aufnehmen wollte, auf dem sie sich nicht “verwässert” vorkommt. “Ich habe versucht, einen kühlen Kopf zu wahren und ehrlich zu etwas zurückzukehren, zu dem ich in meinem Leben den Kontakt verloren hatte. Es war tatsächlich ein Versuch, meine Angst zu überwinden. Ich erlaubte mir, einfach ich selbst zu sein.”

Am liebsten hätte Jewel es gehabt, wenn das Album von Ben Keith produziert worden wäre. Der Pedal-Steel-Gitarrist von Neil Young war nämlich 1995 auch der Produzent von “Pieces Of You” gewesen. Da Keith aber 2010 verstarb, nahm Jewel die Produktion selbst in die Hand. “Als ich meine erste Platte machte, hatte ich von nix eine Ahnung”, erinnert sich Jewel. “Deshalb schaffte ich es, ein sehr reines Album zu machen. Aber dies zwanzig Jahre später wieder zu versuchen, ist eine echte Herausforderung. Denn da muss man erst einmal all die ‘cleveren Sachen’ vergessen, die man seitdem in dem Business gelernt hat.”

“Picking Up The Pieces” ist Jewels erstes richtiges Album mit neuer Musik, seit sie 2010 “Sweet And Wild” veröffentlichte. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Titel an den ihres allerersten Albums “Pieces Of You” erinnert. Denn mit “Picking Up The Pieces” schließt sie einen Kreis. Und es ist auch ihr bislang beeindruckendstes Album, bei dem ihre einzigartige Stimme, ihr wunderbaren Songwriting-Fähigkeiten und ihr vertracktes Gitarrenspiel im Mittelpunkt stehen. “Es war einfach die Zeit gekommen, ein solches Album zu machen”, sagt Jewel, die der Rolling Stone einmal eine der “idiomatisch reichsten Popsängerinnen ihrer Generation” nannte. “Ich wollte, dass dieses Album einfach nur eine Verlängerung meiner Seele ist.”